Gudrun und Matthias Stark

Atelier - Galerie Stark in Stolpen

 
 

Lyrik

Gedichte von Matthias Stark


Zum Hören: Das Gedicht "Fragen"

Das Gedicht "Fagen"
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Das Gedicht "Fagen"
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Als der Sprosser sang

Schatten über dem Land,
Drohend,
Nordwinde wehen.
Wolkendunkle Gewitter,
Sturzbäche am Wegrand.
Da stand ich,
Verwirrt und durchnässt,
Allenthalben Stimmen,
Aber keine Wahrheit.
Du nahmst mich in den Arm,
Wärmtest mich
Nach durchwachter Nacht.
Draußen sang der Sprosser,
Unbeirrbar, wie vor Jahren,
Und plötzlich wusste ich:
Die Wahrheit liegt vor uns,
Unzerstörbar.
Irgendwann steigt das Licht
Der aufgehenden Sonne
Über den Rand der Mauer,
Die uns trennt vom Glück.

Leben

Feuertropfen aus Eis,
Wind im Weizenfeld und
Tau auf den Gräsern.
Lichtspur am Firmament,
Verhallender Ruf im Tal.
Leben, das wir führen
Auf den Gleisen der Pflicht.
Wir kennen einander zu wenig,
Vertrauen nicht dem Gefühl.
Kalte Winde künden
Vom Nahen des Winters.
Schweigen wird bleiben,
Unbeantwortete Fragen
Steigen auf zu den Sternen.

Störenfried

Die Mücke reißt mich aus dem Schlafe
An einem Morgen, vier Uhr in der Früh,
Es ist für mich die richtig harte Strafe,
Ich find aus tiefen Träumen nur mit Müh.

Die Mücke fliegt, laut surrend und sie brummt,
Ich lieg voll Wut hellwach in meinem Bett.
Um meinen Kopf sie Kreise zieht und summt,
Stelle mir vor, ich schlüge zu mit einem Brett.

Mich nervt's Insekt, was soll ich machen.
Doch hab im Zwielicht eines ich erkannt:
Manchmal ist Störung nötig zum Erwachen,
Und oftmals auch Kritik, in's Wort gebannt.

Die Mücke lässt mich an die Dichter denken,
Die Stachel sind im Fleische dieser Welt,
Die unsre Blicke auf das Dunkle lenken,
Wenn's auch den Oberen meist nicht gefällt.

Wir haben Störenfriede nötig oft im Leben,
Um zu erwachen aus der Lethargie.
Mit Fäusten auf Tische hauen, dass sie beben,
Sonst ändert sich, so glaub ich, manches nie.

Lebensabend

Der Herbst läßt nun die Blätter fallen,
in allen Stürmen weht Erinnerung.
Der Baum des Lebens schüttelt seine Zweige,
im Herzen aber bleibst du ewig jung.

Du denkst zurück an Jugendstreiche,
die alte Eiche steht noch immer auf dem Feld.
Es ist verblüht die Pracht in Deinem Garten,
bist dankbar nun für jede Stunde dieser Welt.

So wichtig war die Liebe dir im Leben,
dein Streben nach dem Glück hat sie erfüllt.
Es müssen auch die stärksten Bäume weichen,
sind ganz in Schleier sie jetzt eingehüllt.

Einmal jung noch in den Träumen,
unter Bäumen liegend werden Fragen neu gestellt.
Du bist ein Wellenreiter der Gedanken nun geworden,
sicher, daß die Währung deines Herzens nie verfällt.

Traum vom Fernweh

Wolken ziehen wie Gedanken
in ein fernes, fernes Land,
und es fallen alle Schranken,
nichts ist mehr, was uns verband.

Traurigkeit liegt auf den Wiesen,
vom Mond beschienen, klar und still,
kaum noch Tränen wir vergießen,
nur eine weiß, was ich jetzt fühl'.

Wir tanzen in die Sommernacht,
der Weg vor uns scheint klar,
die Schwermut wird hier ausgelacht,
im Nebel liegt, was war.

In großen Zügen Leben trinken,
nimm auch Du den Krug zur Hand.
Alle soll'n beim Abschied winken,
Sonnenglut am weißen Strand.

Der Horizont im Dämmerschein,
die Morgennebel steigen leise,
Reste im Glas vom roten Wein,
es geht ein Traum nun auf die Reise.

Abschied

Martinshorn von fern
in der leeren Wohnung jetzt
lange Zeit Stille

Erinnerung erwacht leis
im Nebel der Gedanken

Ohne Hoffnungen
im Warten auf Rückkehr nur
Paradiesträume

Im Schatten alter Bäume
junge Eichtriebe im Laub

Auf dem Kreuz am Grab
der kleine Vogel nun singt
sein Lied voll Wehmut

Nach Sonnenuntergang doch
zu zweit in Liebe vereint

Erinnerung

Hör ich die alten Lieder
sind die Gedanken weit.
Erinnerung kehrt wieder
an längst vergang´ne Zeit.

Der Kindheit frohe Tage
voll Licht und Sonnenschein,
ein Leben ohne Klage,
im Glas blinkt rot der Wein.

Es fliegen dann die Träume
bis in das Abendrot.
Der Wind küßt leis´ die Bäume,
Uns trennt auch nicht der Tod.

Stilles Glück der Berge

Wenn ganz am frühen Morgen
Im Tal ich wandre schon,
das still noch liegt verborgen,
ist Tauglanz nur der Mühe Lohn.

Für kurze Zeit gehören mir
die Berge, Wald und Feld.
Ich möcht ihn schenken Dir,
den Augenblick, der jetzt nur zählt.

Die Morgennebel decken
noch alle Unrast zu.
Nie will ich ihn wecken,
den lauten Tag, so ohne Ruh.

Drum lauf ich still und leise
und lausche vor mich hin.
Der Vögel alte Weise
Erfreut hier meinen Sinn.

An diesen frühen Morgen
nur denk ich nun zurück.
So friedlich, ohne Sorgen,
das war mein stilles Glück.

Vollmondnacht

In gold'nem Mondlicht liegt das Feld
ein kühler Wind nur durch die Zweige flieht ganz sacht,
in graue Schleier eingehüllt ist jetzt die Welt,
ein Käuzchen ruft von fern und grüßt die Nacht.

Geheimnisvolle Nebel irren tief im Tal,
ganz still ist es in Wald und Flur.
Der Weltengeister Schatten wandeln fahl,
des Lichtes Silber täuscht, alles ist Ahnung nur.

Im Mondenschein geborne kühne Träume
fliegen hinaus nun in das weite Rund.
Und sie erreichen ferne, ferne Räume,
der Menschen Wünsche, Sehnsucht, Hoffnung tun sie kund.

Sonnenuntergang

Gold glänzend will der Tag sich neigen,
die Weite um uns hält den Atem an.
Des Alltags Hektik hüllt sich hier in Schweigen,
die Sternennacht zieht nun in ihren Bann.
            
In Mondlicht eingetaucht ist dann die Welt auf Erden,
vergessen auch die Sorge um das Sein.
Des Menschen Geist will groß und größer immer werden,
indes die Sterne zeigen ihm: noch immer ist er klein.